Verband der Berufs­bei­ständinnen und Berufs­bei­stände Region Basel (VBBRB)

Berufskodex Soziale Arbeit Schweiz

Ein Argumentarium für die Praxis der Professionellen

Grundsätze der Soziale Arbeit

Leitidee und Menschenbild der Sozialen Arbeit

  1. Alle Menschen haben Anrecht auf die Befriedigung existentieller Bedürfnisse sowie auf Integrität und Integration in ein soziales Umfeld. Gleichzeitig sind Menschen verpflichtet, andere bei der Verwirklichung dieses Anrechts zu unterstützen.
  2. Voraussetzungen für das erfüllte Menschsein sind die gegenseitig respektierende Anerkennung des oder der Anderen, die ausgleichend gerechte Kooperation der Menschen untereinander und gerechte Sozialstrukturen.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Ziele und Verpflichtung der Sozialen Arbeit

  1. Die Zielsetzung der Sozialen Arbeit bildet sich in der IFSW/IASSW-Definition von 2001 ab.
  2. Soziale Arbeit zielt auf das gegenseitig unterstützende Einwirken der Menschen auf die anderen Menschen ihrer sozialen Umfelder und damit auf soziale Integration.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Ziele und Verpflichtung der Sozialen Arbeit

  1. Soziale Arbeit ist ein gesellschaftlicher Beitrag, insbesondere an diejenigen Menschen oder Gruppen, die vorübergehend oder dauernd in der Verwirklichung ihres Lebens illegitim eingeschränkt oder deren Zugang zu und Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen ungenügend sind.
  2. Soziale Arbeit hat Lösungen für soziale Probleme zu erfinden, zu entwickeln und zu vermitteln.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Ziele und Verpflichtung der Sozialen Arbeit

  1. Soziale Arbeit hat soziale Notlagen von Menschen und Gruppen zu verhindern, zu beseitigen oder zu lindern.
  2. Soziale Arbeit hat Menschen zu begleiten, zu betreuen oder zu schützen und ihre Entwicklung zu fördern, zu sichern oder zu stabilisieren.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Ziele und Verpflichtung der Sozialen Arbeit

  1. Soziale Arbeit hat Veränderungen zu fördern, die Menschen unabhängiger werden lassen auch von der Sozialen Arbeit.
  2. Soziale Arbeit initiiert und unterstützt über ihre Netzwerke sozialpolitische Interventionen und beteiligt sich sozialräumlich an der Gestaltung der Lebensumfelder sowie an der Lösung struktureller Probleme, die sich im Zusammenhang mit der Einbindung der Individuen in soziale Systeme ergeben.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Ziele und Verpflichtung der Sozialen Arbeit

  1. Soziale Arbeit gründet ihre fachlichen Erklärungen, Methoden und Vorgehensweisen, ihre Position im interdisziplinären Kontext und Deutung ihrer gesellschaftlichen Funktion auf ihre wissenschaftlich fundierten Grundlagen.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Ziele und Verpflichtung der Sozialen Arbeit

  1. Soziale Arbeit ist einem dreifachen Mandat verpflichtet: (1) dem Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle seitens der Gesellschaft und der Anstellungsträger, (2) dem impliziten oder offen ausgesprochenen Begehren seitens der Menschen, die Soziale Arbeit nutzen und (3) seitens der Sozialen Arbeit dem eigenen Professionswissen, der Berufsethik und den Prinzipien der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit. Dieses dritte Mandat steuert Professionelle der Sozialen Arbeit durch mögliche Konflikte zwischen dem ersten und dem zweiten Mandat.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Professionelle der Sozialen Arbeit sind gefordert, sich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern, auf unterschiedlichen Organisationsebenen und in unterschiedlichen Sektoren einzusetzen, wo sie mit unterschiedlichen individuellen oder kollektiven Adressatinnen und Adressaten, die mit unterschiedlichen Themen, Aufgaben oder Herausforderungen konfrontiert sind, arbeiten.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Aus der Mehrdimensionalität der Problem­lagen und der gemeinsamen Lösungsrealisierung mit Individuen, Gruppen und Gemeinwesen ergibt sich die Komplexität des Auftrags der Sozialen Arbeit. Der Umgang mit Interessen­kollisionen und Wider­sprüchen und das Zurecht­finden in Loyalitäts­konflikten ist Teil Sozialer Arbeit.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Auseinandersetzungen mit Dilemmata und Spannungsfeldern sind unvermeidlich und notwendig, zum Beispiel zwischen:
  • der Anordnung von bestimmten Hilfsformen durch Dritte und den Erwartungen der Klientinnen und Klienten
  • der Loyalität zu den Adressatinnen oder Adressaten und der Loyalität zu Arbeitgebenden, auftraggebenden Trägerschaften oder weisungsbefugten Behörden …

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Auseinandersetzungen mit Dilemmata und Spannungsfeldern sind unvermeidlich und notwendig, zum Beispiel zwischen:
  • dem Selbstbestimmungsrecht und momentaner oder dauernder Unfähigkeit der Klientinnen und Klienten zur Selbstbestimmung
  • dem Beharren auf Selbstbestimmung durch die Adressatinnen und Adressaten und der Notwendigkeit der Übernahme von Schutz und Fürsorge für die Klientinnen und Klienten durch die Soziale Arbeit …

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Auseinandersetzungen mit Dilemmata und Spannungsfeldern sind unvermeidlich und notwendig, zum Beispiel zwischen:
  • dem Ansprechen oder Verschweigen von Fehlverhalten und der Loyalität zu Kolleginnen und Kollegen, die den ethischen Prinzipien zuwiderhandeln
  • dem Ansprechen oder Verschweigen von Sachverhalten beispielweise bei Behörden oder Arbeitgebenden und der Anwaltschaftlichkeit gegenüber Klientinnen und Klienten …

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Auseinandersetzungen mit Dilemmata und Spannungsfeldern sind unvermeidlich und notwendig, zum Beispiel zwischen:
  • dem ausgewiesenen Bedarf und der Beschränktheit der Ressourcen, die zu Rationierungsmassnahmen führt.

Grundsätze der Soziale Arbeit

Dimensionen und Dilemmata in der Praxis Sozialer Arbeit

  1. Professionelle der Sozialen Arbeit sind aufgefordert, eine zur Diskussion stehende Handlung persönlich zu verantworten und sie gegen kritische Einwände mit professionellen moralischen Begründungen zu verteidigen.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Definition der Sozialen Arbeit

  1. Die Profession Soziale Arbeit fördert den sozialen Wandel, Problemlösungen in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Ermächtigung und Befreiung von Menschen mit dem Ziel, das Wohlbefinden der einzelnen Menschen anzuheben.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Definition der Sozialen Arbeit

  1. Indem sie sich sowohl auf Theorien menschlichen Verhaltens als auch auf Theorien sozialer Systeme stützt, vermittelt Soziale Arbeit an den Orten, wo Menschen und ihre sozialen Umfelder aufeinander einwirken.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Definition der Sozialen Arbeit

  1. Für die Soziale Arbeit sind die Prinzipien der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit fundamental.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit gründen ihr Handeln auf der Achtung der jedem Menschen innewohnenden Würde sowie den Rechten, welche daraus folgen.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit gestehen jedem Menschen ungeachtet von Geschlecht, Rasse, Status und individuellen Besonderheiten den mit seiner Würde verbundenen gleichen Wert unbedingt zu und respektieren die Grundwerte der Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit, auf die jedes Individuum ein unantastbares Recht hat.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit fordern bei den Verantwortlichen für die Herstellung einer politischen Ordnung, die alle Menschen als Gleiche berücksichtigt, die bedingungslose Einlösung der Menschen- und Sozialrechte ein. Sie leiten aus diesen wesentliche Grundsätze ab …

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Grundsatz der Gleichbehandlung:
    Menschenrechte sind jeder Person zu gewähren, unabhängig von ihrer Leistung, ihrem Verdienst, moralischen Verhalten, oder Erfüllen von Ansprüchen, dessen Einforderung ihre Grenze an der Verweigerung der in den Menschenrechten begründeten Minimalnormen hat.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Grundsatz der Selbstbestimmung:
    Das Anrecht der Menschen, im Hinblick auf ihr Wohlbefinden, ihre eigene Wahl und Entscheidung zu treffen, geniesst höchste Achtung, vorausgesetzt, dies gefährdet weder sie selbst noch die Rechte und legitimen Interessen Anderer.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Grundsatz der Partizipation:
    Die für den Lebensvollzug der Menschen notwendige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sowie Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit, verpflichtet zu Miteinbezug und Beteiligung der Klientinnen und Klienten, Adressatinnen und Adressaten.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Grundsatz der Integration:
    Die Verwirklichung des Menschseins in demokratisch verfassten Gesellschaften bedarf der integrativen Berücksichtigung und Achtung der physischen, psychischen, spirituellen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Menschen, sowie ihrer natürlichen, sozialen und kulturellen Umwelt.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Menschenwürde und Menschenrechte

  1. Grundsatz der Ermächtigung:
    Die eigenständige und autonome Mitwirkung an der Gestaltung der Sozialstruktur setzt voraus, dass Individuen, Gruppen und Gemeinwesen ihre Stärken entwickeln und zur Wahrung ihrer Rechte befähigt und ermächtigt sind.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Soziale Gerechtigkeit

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit gründen ihr Handeln auf den Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit und den Verpflichtungen, die daraus gegenüber den Menschen folgen.
  2. Die Professionellen der Sozialen Arbeit fordern und begünstigen menschen- und bedürfnisgerechte Sozialstrukturen und Solidarsysteme.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Soziale Gerechtigkeit

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit messen – vor dem Hintergrund der Ungleichheitsverhältnisse – der sozialen Gerechtigkeit besondere Bedeutung zu und leiten daraus wesentliche Verpflichtungen ab …

Grundwerte der Soziale Arbeit

Soziale Gerechtigkeit

  1. Verpflichtung zur Zurückweisung von Diskriminierung:
    Diskriminierung, sei es aufgrund von Fähigkeiten, Alter, Nationalität, Kultur, sozialem oder biologischem Geschlecht, Familienstand, sozioökonomischem Status, politischer Meinung, körperlichen Merkmalen, sexueller Orientierung oder Religion, kann und darf nicht geduldet werden.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Soziale Gerechtigkeit

  1. Verpflichtung zur Anerkennung von Verschiedenheiten:
    Unter Beachtung von sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und Gleichwertigkeit aller Menschen sind ethnische und kulturelle Unterschiede zu achten und die Verschiedenheit von Individuen, Gruppen und Gemeinschaften zu berücksichtigen; vordringlich jedoch ist die stetige und nachdrückliche Einforderung unbedingter Akzeptanz allgemein gültiger Normen und Werte, die insbesondere keine Menschenrechte verletzen und die für alle Menschen gelten.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Soziale Gerechtigkeit

  1. Verpflichtung zur gerechten Verteilung von Ressourcen:
    Die einer Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ressourcen, die für das Wohlbefinden der Menschen ein­ge­setzt werden können, sind bedürfnis­ge­recht, adäquat und recht­mässig zu verteilen; ins­be­sondere vor dem Hinter­grund knapper Ressourcen ist die Verteilungs­ge­rechtig­keit um so dringlicher sicher­zu­stellen. Die Professionellen der Sozialen Arbeit verpflichten sich, die ihnen zur Verfügung gestellten Ressourcen im Hinblick auf die Verteilungs­ge­rechtigkeit effizient ein­zu­setzen und Solidar­systeme nach Kräften vor Miss­brauch zu schützen; wenn nötig verlangen sie mit guten Argumenten aber auch mehr Mittel.

Grundwerte der Soziale Arbeit

Soziale Gerechtigkeit

  1. Verpflichtung zur Einlösung von Solidarität:
    In besonderem Masse solidarisch zeigt sich, wer sozialen Ausschluss, Ungerechtigkeit, Stigmatisierung, Unterdrückung oder Ausbeutung anprangert und Gleichgültigkeit gegenüber individueller Not, Intoleranz in den zwischenmenschlichen Beziehungen und Feigheit in der Gesellschaft aktiv entgegenwirkt.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Ethisch begründete Praxis

  1. Die Praxis der Sozialen Arbeit ist ethisch begründet, wenn das Handeln aufgrund ihrer moralischen Kriterien sowie ihrer professionellen Grundsätze reflektiert wird.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Ethisch begründete Praxis

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit klären die Menschen, die sich auf sie verlassen, über die Ursachen und strukturellen Probleme auf, die für ihre zu sozialem Ausschluss führende Situation verantwortlich sind. Sie motivieren sie, von ihren Rechten, Fähigkeiten und Ressourcen Gebrauch zu machen, damit sie selbst auf ihre Lebensbedingungen Einfluss nehmen können.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Ethisch begründete Praxis

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit schaffen Rückzugs­möglich­keiten für Verfolgte, schützen vor Gewalt, sexuellen Übergriffen, Macht­miss­brauch, Bedrohung, Beschämung, Handlungs­be­schränkungen und un­ge­recht­fertigten Straf­an­zeigen und setzen sich für das Recht auf Aus­bildung, Chancen­gleich­heit, Erwerbs­arbeit sowie politische und kulturelle Betätigung ein.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Ethisch begründete Praxis

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit gründen ihre Arbeit auf Vertrauen und Wertschätzung, sie informieren über ihre Möglichkeiten und Grenzen, ihre Arbeitsweisen und Methodenwahl, ihre Befugnisse und Kompetenzen sowie den Einbezug anderer Fachpersonen. Sie gestalten ihr Handeln nach den theoretischen, methodischen und ethischen Kriterien ihrer Profession, auch und gerade wenn dies im Widerspruch steht zu Autoritäten, von denen sie selber abhängig sind.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Ethisch begründete Praxis

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit unter­ziehen ihr methodisches Handeln einer steten fachlichen und moralischen Qualitäts­kontrolle. Sie nutzen die so gewonnenen Erkenntnisse zur Theorie- und Methoden­entwicklung ihres Faches und zur Erweiterung des allgemeinen Professions­wissens. Dieses Wissen tauschen sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus, geben es an Studierende weiter und nutzen es für die Weiter­entwicklung der Sozialen Arbeit.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit respektieren stets den Wert und die Würde ihrer eigenen Person, um so auch anderen gegenüber mit demselben Respekt begegnen zu können.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit widmen ihre Aufmerksamkeit in Übereinstimmung mit ihren eigenen Ressourcen und Grenzen auch ausserhalb ihres Arbeitszusammenhangs den Menschen, die sich in prekären sozialen Lagen befinden.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit gehen verantwortungsvoll mit dem Machtgefälle zwischen ihnen und ihren Klientinnen und Klienten um und sind sich der Grenzen ihrer eigenen Kompetenzen bewusst.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit sind sich ihrer Positionsmacht bewusst und gehen damit sorgfältig um.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit entwickeln ihre persönlichen und beruflichen Wissens- und Handlungskompetenzen sowie ihr ethisches Bewusstsein ständig weiter und bemühen sich um die Entwicklung und Anerkennung ihres Berufsstandes.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit kooperieren mit den Aus- und Weiterbildungsstätten und unterstützen angehende oder sich weiterbildende Kolleginnen und Kollegen bei der Entwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Person

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit nehmen bei Bedarf auch für sich selbst Beratung und Hilfe in Anspruch und nutzen kontinuierlich Intervision, Supervision, Coaching und Fortbildung.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der Arbeit mit Klientinnen und Klienten

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit achten bei aller beruflichen Routine darauf, durch reflektierte und zugleich kontrollierte empathische Zuwendung die Persönlichkeit und Not des oder der Anderen eingehend wahrzunehmen und sich gleichwohl gebührend abzugrenzen.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der Arbeit mit Klientinnen und Klienten

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit fordern bei aller Bestärkung ihrer Klientinnen und Klienten in der Wahrnehmung ihrer Rechte auch deren Plichten ein.
  2. Die Professionellen der Sozialen Arbeit stellen an ihre Klientinnen und Klienten nur fachlich adäquate und ethisch begründete Anforderungen.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der Arbeit mit Klientinnen und Klienten

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit gehen sorgfältig mit Personendaten um. Datenschutz und Schweigeplicht sind für sie von hoher Priorität. Mit der Anzeige- und der Zeugnisplicht gehen sie zurückhaltend um.

Handlungsprizipien der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der Arbeit mit Klientinnen und Klienten

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit dokumentieren ihre Tätigkeit nach anerkannten Standards (Aktenführung); sie vermeiden jegliche diskriminierenden und abwertenden Formulierungen und unterscheiden zwischen überprüfbaren Fakten, eigenen und Fremdbeobachtungen sowie Hypothesen und Erklärungen bzw. Deutungen.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich den Organisationen des Sozialwesens

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit verpflichten sich gegenüber ihren Arbeitgebenden zur sorgfältigen Erfüllung ihrer Aufgaben gemäss den Normen und Prinzipien des Berufskodexes und setzen sich dafür ein, dass diese von der Organisation, in der sie arbeiten, respektiert und eingehalten werden.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich den Organisationen des Sozialwesens

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit sprechen allfällige Zielkonflikte oder ethische Differenzen zwischen ihnen und der Organisation, in der sie arbeiten, an und versuchen, im Sinne des Berufskodexes Lösungen zu finden. Sie pflegen und fördern in ihrer Organisation den Dialog über die Ethik Sozialer Arbeit.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich den Organisationen des Sozialwesens

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit setzen sich innerhalb ihrer Organisation für Integrität und Gesundheit schützende Arbeitsverhältnisse, für befriedigende Arbeitsbedingungen und für die stete Weiterentwicklung und Verbesserung der Qualität ihrer Organisation ein.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Profession

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit berufen sich in ihrer Analyse explizit auf das Wissen ihrer Profession. Sie stützen sich in ihren Handlungsentscheidungen auf deren ethische Grundlagen.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Profession

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit führen untereinander einen kontinuierlichen fachlichen Diskurs, sie kontrollieren systematisch, kollegial und in Zusammenarbeit mit der Forschung ihre Facharbeit und setzen sich mit Fehlern kritisch auseinander.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Profession

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit machen sich gegenseitig auf Abweichungen oder Alternativen bezüglich eines korrekten methodischen Vorgehens aufmerksam und verlangen voneinander gegenseitig die Einhaltung ethischer, berufs-, bildungs- und sozialpolitischer Forderungen ihrer Profession.

Handlungsspielraum der Sozialen Arbeit

Handlungsmaximen bezüglich der eigenen Profession

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit pflegen unter sich kollegiale Beziehungen, welche von Ehrlichkeit und Respekt geprägt sind.
  2. Die Professionellen der Sozialen Arbeit anerkennen und vertreten die Formulierungen dieses Berufskodexes und unterstützen AvenirSocial in deren Durchsetzung.

Handlungsmaximen bezüglich der interprofessionellen Kooperation

Handlungsmaximen bezüglich der interprofessionellen Kooperation

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit kooperieren im Hinblick auf die Lösung komplexer Probleme interdisziplinär und setzen sich dafür ein, dass Situationen möglichst umfassend und transdisziplinär in ihren Wechselwirkungen analysiert, bewertet und bearbeitet werden können.

Handlungsmaximen bezüglich der interprofessionellen Kooperation

Handlungsmaximen bezüglich der interprofessionellen Kooperation

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit vertreten in der inter­professionellen Kooperation ihren fach­spezifischen Stand­punkt und stellen das aus dieser Sicht gewonnene Wissen verständlich zur Verfügung, um im gemeinsamen Diskurs möglichst optimale Lösungen zu entwickeln.

Handlungsmaximen bezüglich der interprofessionellen Kooperation

Handlungsmaximen bezüglich der interprofessionellen Kooperation

  1. Die Professionellen der Sozialen Arbeit sind in der interprofessionellen Kooperation für wissenschaftsbasiertes methodisches Handeln besorgt, d.h. sie fordern die Einhaltung von Regeln zur Steuerung einer geordneten Abfolge von Handlungen und die Koordination und Kontrolle der Interventionen innerhalb und ausserhalb der Organisationen ein.

Schlussbemerkungen

Gültigkeit

  1. Der Berufskodex präsentiert die von AvenirSocial akzeptierten und für massgebend gehaltenen berufsethischen Grundlagen Sozialer Arbeit.

Schlussbemerkungen

Vorgehen bei Fehlverhalten

  1. Bei ausweglosen Interessenkonflikten oder ethischen Dilemmata kann die Kommission für Berufsethik von AvenirSocial einbezogen werden, die sich als Beratungsgremium versteht. Sie erörtert konkrete berufsethische Fragestellungen und entwickelt Entscheidungshilfen, die sie in generalisierter Form auch publiziert und so der Fachöffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Schlussbemerkungen

Vorgehen bei Fehlverhalten

  1. Alle Gremien von AvenirSocial unterstützen den konstruktiven Umgang mit Fehlern und fördern Verfahren der lernenden Organisation. Sie melden unethische Handlungen und Verstösse gegen die Intentionen und Forderungen des Berufskodexes, von denen sie Kenntnis bekommen, dem Vorstand Schweiz von AvenirSocial.

Schlussbemerkungen

Vorgehen bei Fehlverhalten

  1. Der Vorstand Schweiz von AvenirSocial muss auf Antrag der Kommission für Berufsethik Fehlverhalten im direkten Kontakt mit den Beteiligten angehen und mit der Absicht, Prestige zu entziehen, gegebenenfalls öffentlich Verurteilungen aussprechen.

Schlussbemerkungen

Bestimmungen

  1. Mit der Verabschiedung durch das oberste Organ von AvenirSocial, der ordentlichen Delegiertenversammlung vom 25. Juni 2010, tritt der Berufskodex in Kraft und beansprucht Verbindlichkeit überall dort, wo professionelle Soziale Arbeit geleistet wird.

Schlussbemerkungen

Bestimmungen

  1. Dieser Kodex hebt den anlässlich der Gründung des Schweizerischen Berufsverbandes AvenirSocial 2005 redaktionell aus den Kodices der an der Fusion beteiligten Verbände hervorgegangenen Kodex auf.
  2. Im Wissen um den steten Wandel gesellschaftlicher Werte und die sich verändernde Praxis liegt es an den nationalen Gremien von AvenirSocial, zu gegebener Zeit und auf statutarisch vorgesehenem Weg diesen Kodex anzupassen, zu verändern oder zu erneuern und ihn so lebendig zu erhalten.

Die nächsten Termine

SVBB Vorstands­sitzung
SVBB Mitglieder­versammlung
SVBB Fach­tagung
SVBB Fach­tagung
SVBB Vorstands­sitzung

Interessierte Berufskolleginnen und Berufskollegen sind zu den jeweiligen Aktivitäten des VBBRB herzlich eingeladen.